Die Wirklichkeit ist nicht wirklich wirklich

Die Botschaft bestimmt immer die/der EmpfängerIn

 

Der Konstruktivismus hat auf die Praxis des systemischen Coachings, der Therapie, Beratung und Bildungsarbeit prägenden Einfluss ausgeübt. Durch seine Denkströmung, die sich aus einer Vielzahl ganz unterschiedlicher Einzeldisziplinen speist, angefangen von der Biologie bis hin zur Philosophie, von der Pädagogik bis zur Neurophysiologie und von der Kybernetik bis zu den Sprachwissenschaften.

Diesen Disziplinen ist eine erkenntnistheoretische Grundüberzeugung gemein:

Das, was wir als unsere Wirklichkeit erleben, ist nicht ein passives Abbild der Realität, sondern Ergebnis einer aktiven Erkenntnisleistung, also einer eigenen Konstruktion (Wahrnehmung).

Wir verfügen über kein außerhalb unserer Erkenntnismöglichkeiten stehendes Instrument, um die Gütigkeit unserer Erkenntnis zu überprüfen, deshalb können wir über die Übereinstimmung zwischen subjektiver Wirklichkeit und objektiver Realität keine gesicherten Aussagen treffen.

 

Konstruktivistisches Denken im weitesten Sinn gibt es seit Jahrhunderten. Dem "modernen" Konstruktivismus kommt jedoch das Verdienst zu, die erkenntniskritische Diskussion durch die Einbeziehung jüngerer interdisziplinärer Forschungsergebnisse belebt und für die systemische Praxis nutzbar gemacht haben.